Fasten ist nicht gleich Hungern09.07.2009Fasten ist nicht dasselbe wie Hungern. Über mehrere Jahrzehnte hinweg war das Weltbild über die Auswirkungen des Nichtessens auf das menschliche Gehirn durch eine Studie geprägt, bei der amerikanische Wissenschaftler Soldaten in die Wüste geschickt und ihnen 35 Tage so gut wie nichts zu essen gegeben haben. Entweder wurden die Soldaten aggressiv oder depressiv, zumindest wohl hat sich niemand gefühlt. Seither wird gelehrt, dass Nahrungsbeschränkung zu Aggressionen oder Depressionen führt. Sobald Menschen jedoch freiwillig hungern, wie z.B. beim Heilfasten, kommt es aber offenbar zu ganz anderen psychischen Effekten. Es ist also ein Unterschied, ob ein Mensch hungert oder fastet. Wer fastet, ist weniger stressempfindlich, weil das so genannte serotonerge System die emotionalen Erregungen dämpft und harmonisiert. Beim Hungern wird dieser Effekt vollständig überlagert: Das Interesse ist dann auf Nahrungssuche gerichtet und die Gefühlswelt von Ärger und Unlust beherrscht. Die individuelle Bewertung bestimmt also darüber, was im Gehirn passiert. Quellen: Hüther, G. (1999) Die unbewusste nutritive Manipulation von Stimmungen und Gefühlen. In: Institut Danone für Ernährung e.V. (Hrsg.). Essen als Droge. Dokumentation Journalistenworkshop 11. Mai 1999. |
