Ein Lebensmittel ist mehr als die Summe seiner Nährstoffe

16.07.2008

Noch nie war unser Wissen über die kleinsten Elemente der Ernährung so groß wie heute. Aber es ist ein Irrweg, Lebensmittel nur als die Summe der einzelnen Nährstoffe zu betrachten, urteilt der Epidemiologe David Jacobs von der Universität von Minnesota (USA). Jeder Inhaltsstoff entfaltet seine Wirkung im Ganzen, weil sich die Substanzen gegenseitig beeinflussen. Ein Stoff, eine Wirkung? Dass dem nicht so ist, zeigt das Beispiel Betacarotin. Die Vorstufe von Vitamin A ist reichlich in Gemüse enthalten und Menschen mit hohem Gemüsekonsum erkranken seltener an Krebs. Deshalb hielt man Beta-Carotin für präventiv in der Krebsentstehung. Studien mit hoch dosiertem Betacarotin wurden jedoch abgebrochen, weil die Substanz die Krebsgefahr bei Rauchern sogar erhöhte. So mehren sich in der Wissenschaft Zweifel am Konzept der Nährstoffe.

Quelle: Zinkant, K. (2008). Richtig essen. Die Zeit. Sonderheft Zeit Wissen Nr. 4/2008.

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